Wie bist du zum Tätowieren gekommen? Ich interessierte mich für Tattoos …
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Stay Cold spricht mit „Laura Yahna“ über Flugangst, das Gefühl, ein Alien zu sein, und Tätowieren als emotionales Ventil.

Wie bist du zum Tätowieren gekommen?
Ich interessierte mich seit der Pubertät, als ich 15 wurde, für Tattoos. Während ich Grafikdesign studierte, habe ich Freunde tätowiert. Ein Tätowierer sah eine meiner Arbeiten an einem Freund und sagte ihm, er solle mich fragen, ob ich in ihrem Studio anfangen möchte. Ela ist meine Mentorin und meine Chefin, aber sie ist inzwischen auch eine meiner besten Freundinnen. Sie hat mich von Anfang an unterstützt und an mein Potenzial geglaubt. Sie hat mir nie vorgeschrieben, was ich zeichnen soll, sie hat mich nur ermutigt, als Künstlerin herauszufinden, wer ich bin.
War Tätowieren etwas, das dir leichtfiel?
Mit dem Tätowieren anzufangen, war so schmerzhaft für mich. Ich hatte Angst, meine Arbeit Leuten zu zeigen, die ich nicht kannte, und dass sie darüber urteilen würden. Ich war wirklich ängstlich und habe Entwürfe 20 Mal neu gezeichnet, bis sie absolut perfekt waren. Das ist vielleicht ein häufiges Problem bei allen Künstlern, aber ich hatte Ela, die mich super unterstützt hat. Es hat wahrscheinlich ein Jahr gedauert, bis ich keine Angst mehr hatte, wenn ich ins Studio ging.

Tätowieren ist für mich immer noch kein einfaches Handwerk, und es gibt immer noch so viele Dinge, die man lernen oder bei denen man besser werden könnte. Es gibt Tage, da denke ich, ich bin wirklich schlecht darin, aber genau das ist auch der Grund, warum ich immer noch dabei bin, sonst wäre ich schon gelangweilt gewesen. Das ist die längste Beziehung, die ich je hatte. Seit acht oder neun Jahren sehe ich das Tätowieren jeden Tag und bin immer noch in es verliebt.
Konntest du Unterstützung finden, um mit deinen Problemen umzugehen?
Ich war schon immer eine sehr, sehr offene Person, die über den Mist geredet hat, den ich durchmachte. Als ich sehr jung war, habe ich gelernt, dass viele Leute damit nichts anfangen können und nicht damit klarkommen. Früher dachte ich, es sei falsch von mir, darüber zu reden, aber je älter ich werde, desto mehr verstehe ich, dass ich einfach nicht die richtigen Leute getroffen hatte. Jetzt kann ich Menschen um mich scharen, die meine Art, mit dem Leben umzugehen, schätzen. Es ist viel einfacher, wenn man Leute trifft, die dieses Verständnis teilen.

Was denkst du über soziale Medien heute und wie sie junge Menschen beeinflussen?
Bei Instagram geht es darum, ein Image aufzubauen, damit einen andere Leute mögen. Es hat nicht unbedingt etwas mit dem echten Leben zu tun. Ich poste nicht allzu viel Privates, aber gleichzeitig möchte ich das eigentlich, um ehrlich zu sein. Aber es ist eine so komplizierte Sache, weil alles, was man im Internet von sich preisgibt, offen für die Urteile anderer ist. Für jemanden, der sehr sensibel ist, ist es sehr schwierig, private Dinge im Internet zu posten, weil man sich Gedanken darüber macht, was andere von einem denken.
Hältst du dich für einen sensiblen Menschen?
Ich habe mich als Kind immer sehr anders als andere Leute gefühlt, ein bisschen wie ein Alien, als würde ich hier nicht hingehören. Meine Mutter sagt, ich sei hypersensibel geboren worden, aber ich glaube, wir sind alle sensibel, und der Unterschied zwischen den Menschen ist, dass einige schneller zerbrechen und andere durch die Dinge, die ihnen zustoßen, stärker werden. Ich fühle mich nicht mehr so sehr wie ein Alien...
zusätzliche Fotografie:
Charlott Cobler




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